Dackellähme – was steckt dahinter, und wie kann Physiotherapie helfen?
Der Begriff „Dackellähme“ ist vielen Dackelhalter:innen geläufig. Er beschreibt, was viele kennen und fürchten: ein Hund, der plötzlich die Hinterbeine nachzieht, unsicher läuft oder sich kaum noch bewegt. Die gute Nachricht ist, dass viele betroffene Hunde – mit der richtigen tierärztlichen Versorgung und physiotherapeutischer Begleitung – einen langen Weg zurücklegen können.
„Dackellähme“, mancherorts auch Teckellähme genannt, ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern der umgangssprachliche Name für den Bandscheibenvorfall beim Hund. Auf dieser Seite geht es darum, was das für Dackel-Halter:innen konkret bedeutet: warum Dackel besonders betroffen sind, was Prävention leisten kann – und was Physiotherapie beitragen kann, wenn es bereits passiert ist.
Lena Rummenholl – Hundephysiotherapeutin in Hagen-Dahl
Staatlich examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, seit 2008 in Reha und Pflege.
Zertifizierte Hundephysiotherapeutin und Hundetrainerin (DIFT Lünen), zertifizierte
vet. Akupunkteurin / Hund TCVM, Hundechiropraktik (Tierhelden Akademie Viersen),
Hundeosteopathie in Ausbildung.
Schwerpunkt: Dackellähme, Bandscheibenvorfall und neurologische Rehabilitation.
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· Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Bist du hier richtig?
Diese Seite hilft dir, wenn dein Dackel plötzlich die Hinterhand nachzieht, unsicher läuft oder sich nach einem Vorfall anders bewegt. Wenn du gerade aus der Klinik kommst und nicht weißt, wie du den Alltag jetzt gestalten sollst. Wenn dein Hund bereits einen Bandscheibenvorfall hatte und du einen weiteren vermeiden möchtest. Oder wenn du vorsorgen willst, weil du weißt, dass Dackel zu Problemen an der Wirbelsäule neigen. Wenn du dich in einer dieser Situationen wiederfindest, bist du hier richtig.
Lieber einmal kurz reden, bevor du dir den Kopf zerbrichst?
Du musst nichts buchen und nichts entscheiden. Ruf mich an oder schick mir eine WhatsApp, beschreib kurz, was dein Hund macht — dann ordnen wir gemeinsam ein, ob und wann eine physiotherapeutische Begleitung für ihn sinnvoll ist. Unverbindlich.
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Sofortiger Tierarztnotfall: Wenn dein Dackel plötzlich die Hinterbeine nicht mehr bewegen kann, auf einen Zwick zwischen die Zehen nicht mehr reagiert oder Harn und Kot nicht mehr kontrollieren kann – sofort in die nächste Tierklinik. Nicht abwarten.
- „Dackellähme" ist der Volksmund-Begriff für den Bandscheibenvorfall. Beides meint dasselbe.
- Nicht nur Dackel sind betroffen – auch andere chondrodystrophe Rassen wie Französische Bulldoggen, Möpse, Beagle und Shih Tzu sind häufiger betroffen.
- Prävention kann sinnvoll unterstützen. Muskelaufbau, Gewichtskontrolle und rückenfreundliche Alltagsgestaltung sind sinnvolle Bausteine – aber kein Schutz im absoluten Sinn.
- Nach tierärztlicher Freigabe kann Physiotherapie den Verlauf begleiten – beim Wiederaufbau nach einem Vorfall genauso wie als langfristige Begleitung.
Warum Dackel so oft betroffen sind
Dackel tragen eine genetische Veranlagung in sich: Durch FGF4-Retrogenvarianten kommt es zu chondrodystrophen Veränderungen und einer früh einsetzenden Degeneration der Bandscheiben. Die Bandscheiben verlieren ihre elastische Struktur und verkalken. Das ist der Grund, warum Bandscheibenvorfälle bei Dackeln nicht primär durch Überbelastung entstehen, sondern durch eine vererbte Veranlagung. Wer einen Dackel hat, sollte das von Anfang an mitdenken.
Dieselbe genetische Veranlagung ist auch bei anderen kurzbeinigen chondrodystrophen Rassen nachgewiesen: Französische Bulldoggen, Möpse, Beagle, Pekinesen, Basset Hound, Corgi und Shih Tzu sind ebenfalls häufiger betroffen. Der Begriff „Dackellähme“ haftet am Dackel, das Problem ist breiter.
Besonders häufig treten Vorfälle im mittleren Erwachsenenalter auf, oft zwischen drei und sieben Jahren. Sie können ohne sichtbaren Auslöser entstehen – manchmal nach einer alltäglichen Bewegung wie einem Sprung, manchmal ohne erkennbaren Anlass.
Eine ausführliche Erklärung zum Mechanismus des Bandscheibenvorfalls, zur Diagnose und zu den Behandlungsoptionen (konservativ und operativ) findest du auf der Hauptseite zum Bandscheibenvorfall beim Hund. Diese Seite hier konzentriert sich auf das, was spezifisch für Dackel-Halter:innen relevant ist: Prävention, Alltagsgestaltung und Physiotherapie.
Anzeichen, die Dackel-Halter:innen kennen sollten
Manche Vorfälle kommen schlagartig. Andere kündigen sich über Wochen oder Monate an. Die frühen Signale sind oft leise:
- Der Hund springt seltener oder zögert beim Aufsteigen auf Sofa oder Treppe
- Aufstehen nach Ruhephasen fällt schwerer, der erste Gang ist steif
- Der Rücken wirkt angespannt oder ist berührungsempfindlich
- Der Hund zieht eine Hinterpfote leicht nach, oder die Pfote kippt beim Stand nach vorn (Überköten)
- Der Stellreflex ist eingeschränkt – der Hund setzt eine Hinterpfote auf dem Pfotenaußenrücken ab statt auf der Sohle
- Trittfolge oder Gang verändern sich, ohne dass ein Bein deutlich lahmt
- Der Hund jault beim Hochheben oder bei Drehbewegungen
Wenn ein Vorfall sich akut zuspitzt, kommen hinzu:
- deutliches Nachziehen oder Wegknicken der Hinterbeine
- schwankender, unsicherer Stand
- Lähmung einer oder beider Hinterpfoten
- Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle
Die letzten Punkte sind ein Notfall.
Bei diesen Zeichen sofort Tierklinik – nicht abwarten. Details zu Notfallkriterien und Prognose im Abschnitt weiter unten.
Was Prävention leisten kann – und was nicht
Wer einen Dackel hält, kommt an der Genetik nicht vorbei. Ob und wann ein Bandscheibenvorfall passiert, lässt sich nicht garantieren. Aber es gibt Faktoren, die Halter:innen aktiv beeinflussen können – und das ist nicht nichts.
Muskelaufbau – ein sinnvoller Baustein
Eine gut entwickelte Rücken- und Rumpfmuskulatur stützt die Wirbelsäule aktiv. Sie federt Stöße ab und kann die Belastung im Alltag günstiger verteilen. Das ist kein Schutz im absoluten Sinn – die genetische Veranlagung bleibt –, aber es ist ein Faktor, den Halter:innen selbst beeinflussen können.
Muskelaufbau beim Dackel bedeutet nicht mehr Laufen oder Apportieren. Es geht um gezieltes propriozeptives Training und Koordinationsarbeit, am besten schon im Welpen- und Junghundalter. Balancekissen, langsames Gehen über unebenes Gelände, kontrolliertes Slalom durch Hindernisse, gezielte Bauch- und Rückenübungen – all das kann man in den Alltag integrieren, ohne dass es wie Training wirkt.
Im Hagen-Volmetaler Teckelklub arbeite ich ehrenamtlich genau daran: präventiver Muskelaufbau für alle Rassen mit langen Rücken oder ähnlicher Veranlagung, nicht nur für Dackel. Mein eigener Hund Snickers – ein Jack Russell Mischling mit überlangem Rücken – macht die meisten dieser Übungen täglich. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn man sich ständig fragt, ob man genug tut. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern Kontinuität.
Alltagsgestaltung
Einige Alltagsgewohnheiten belasten die Wirbelsäule mehr als nötig – und lassen sich mit kleinen Anpassungen entschärfen:
- Treppen: Dackel sollten Treppen nicht unkontrolliert rauf- und runterrennen. Kurze Treppenabschnitte sind akzeptabler als hohe Treppen; eine Rampe als Alternative zu Sofa oder Auto ist sinnvoll.
- Springen: Sprünge von erhöhten Flächen (Sofa, Bett, Auto) sind eine häufige Belastungsspitze. Ausstiegshilfen helfen.
- Geschirr statt Halsband: Ein Brustgeschirr entlastet Wirbelsäule und Hals langfristig.
- Schlafen: Eine orthopädische Unterlage, die den Körper gleichmäßig stützt, reduziert nächtliche Fehlbelastung.
- Gewicht: Übergewicht ist zwar nicht der direkte Auslöser eines Bandscheibenvorfalls (die Genetik überwiegt), aber es belastet die Gelenke dauerhaft und macht Prävention schwerer. Gesundes Körpergewicht bleibt eine Grundvoraussetzung.
Checkliste für den Dackel-Alltag
- Rampe oder Aufstiegshilfe für Sofa und Auto vorhanden
- Brustgeschirr statt Halsband in Benutzung
- Orthopädische Schlafunterlage
- Keine unkontrollierten Sprünge von Treppen oder Möbeln
- Körpergewicht im Normbereich (beim Tierarzt nachfragen)
- Wöchentlich Koordinations- und Balanceübungen (5–10 Minuten reichen)
- Rücken und Rumpf regelmäßig ertastet: Verspannungen, Berührungsempfindlichkeit?
- Gangbild beobachtet: Veränderungen im Wochenverlauf?
Anzeichen, bei denen du sofort handeln musst
Einige Veränderungen sind kein Grund zum Abwarten, sondern erfordern sofortigen Tierarztbesuch oder Klinikaufnahme:
- Plötzliche Hinterhand-Schwäche oder Lähmung (auch wenn der Hund noch etwas läuft)
- Der Stellreflex ist ausgefallen – der Hund stellt eine oder beide Hinterpfoten nicht mehr selbst korrekt auf, sondern läuft auf dem Pfotenaußenrücken
- Kein Zwickreflex mehr an den Hinterpfoten (keine Reaktion auf Kneifen zwischen die Zehen)
- Unkontrollierter Harnabgang oder fehlende Kotabsatzkontrolle
- Schnelle Verschlechterung innerhalb von Stunden nach zunächst leichten Anzeichen
- Starkes Hecheln, Zittern, Jaulen ohne erkennbaren Auslöser, kombiniert mit Bewegungsveränderung
Was Physiotherapie bei der Dackellähme leisten kann
Physiotherapie stellt keine Diagnose und ersetzt keine tierärztliche Behandlung. Sie setzt ein – nach tierärztlicher Freigabe und passend zum Heilungsverlauf. Bei konservativ behandelten Hunden ist das
meist nach der Ruhephase; bei operierten Hunden kann Physiotherapie in vielen Fällen deutlich früher beginnen, manchmal bereits kurz nach dem Eingriff. Wann genau, entscheidet der behandelnde Tierarzt.
Was das in der Praxis bedeutet, hängt vom Einzelfall ab: Wie stark war der Vorfall? Wurde operiert? Welche Funktion ist noch vorhanden, welche eingeschränkt? Gibt es Schonhaltungen, Muskelschwund, Koordinationsprobleme?
- Propriozeptives Training: Der Hund lernt wieder, seinen Körper wahrzunehmen. Cavaletti-Stangen, Slalom und langsames Gehen über verschiedene Untergründe schulen die Tiefensensibilität – besonders wichtig, wenn die Verbindung zwischen Gehirn und Hinterhand gestört war.
- Gleichgewichts- und Koordinationstraining: Balancearbeit auf instabilen Untergründen trainiert posturale Stabilität und Muskelkraft – ein eigener Baustein, der propriozeptives Training ergänzt, aber nicht dasselbe ist.
- Muskelaufbau: Wochen oder Monate in Ruhe oder mit Bewegungseinschränkung bauen Muskulatur ab. Gezielter Wiederaufbau, angepasst an die aktuelle Belastbarkeit des Hundes, ist ein wesentlicher Teil der Rehabilitation.
- Unterwasserlaufband: Der Wasserwiderstand entlastet die Wirbelsäule und ermöglicht Bewegung, die an Land noch nicht möglich wäre. Muskelgruppen, die der Hund auf festem Untergrund vermeidet, können so gezielt angesprochen werden. Das Laufband wird in der Neuro-Reha häufig ergänzend eingesetzt; ich nutze es über meinen Kooperationspartner in Hagen.
- Manuelle Therapie und Massage: Verspannungen, Schonhaltungen und Ausweichmuster entstehen nach einem Vorfall fast immer. Lockern, Mobilisieren und gezieltes Ertasten des Muskeltonus ist Teil jeder Einheit.
- Laser- und Elektrotherapie: Können ergänzend eingesetzt werden – zur Unterstützung von Regenerationsprozessen und zur Schmerzlinderung. Mehr dazu auf der Seite Laser- und Elektrotherapie.
- Alltagsanleitung: Ich zeige Halter:innen, welche Übungen sie zuhause durchführen können, wie sie den Hund beim Aufstehen unterstützen, was sie beobachten sollen. Der größte Teil der Arbeit passiert im Alltag – nicht in der Einheit.
Wie viele Einheiten sinnvoll sind, ergibt sich aus dem Befund. Es gibt keine Pauschale. Manche Hunde brauchen intensive Begleitung in der frühen Reha-Phase, andere profitieren von wenigen regelmäßigen Einheiten über einen längeren Zeitraum. Das klären wir in der Erstanamnese.
Prävention im Alltag – Übungen, die sich integrieren lassen
Diese Übungen eignen sich für gesunde, stabile Dackel ohne akuten Befund, als präventive Alltagsroutine zum Muskelerhalt. Hatte dein Hund gerade einen akuten Vorfall oder eine Operation, gelten sie ausdrücklich nicht: Dann richtet sich alles nach der Reha-Phase und der tierärztlichen Freigabe, und die Übungen stelle ich individuell zusammen (mehr dazu auf meiner Seite zum Bandscheibenvorfall). Sie sind kein Ersatz für tierärztliche oder physiotherapeutische Begleitung, wenn Symptome vorhanden sind.
Vor jeder Übung: kurzer Bewegungscheck – wie läuft der Hund heute? Steif? Unsicher? Wenn etwas auffällt, Übungen pausieren und tierärztlich abklären lassen.
1. Slalom
Langsames Slalomgehen um drei bis fünf Hindernisse (z. B. Wasserflaschen). Der Hund bewegt dabei die Wirbelsäule in einer gleichmäßigen Seitenbiegung. Wichtig: Tempo ist langsam, nicht gehetzt. 3–5 Durchgänge.
2. Balancearbeit auf instabilem Untergrund
Ein Balancekissen, eine gefaltete Decke oder eine Matratze als Unterlage. Der Hund steht mit allen vier Pfoten darauf. Ziel: 10–30 Sekunden ruhiger Stand, aufmerksam. Steigern, wenn der Hund sicher steht.
3. Langsames Gehen über Hindernisse (Cavaletti)
Stäbe oder Äste auf dem Boden, gleichmäßiger Abstand. Der Hund läuft in eigenem Tempo drüber. Fördert das bewusste Heben der Pfoten und aktiviert Rumpfmuskulatur. Sehr langsam anleiten – Rennen macht es wirkungslos.
4. Bergaufgehen
Kurze Strecken bergauf gehen aktiviert die Hinterhand besonders gut. Nicht bergab sprinten lassen – das belastet Vorderhand und Schultern überproportional.
5. Stand auf zwei Pfoten (vordere Pfoten erhöht)
Vorderpfoten auf eine niedrige, stabile Erhöhung (Stein, Treppenstufe). Hinterpfoten bleiben am Boden. Hund hält diese Position kurz. Aktiviert Bauch- und Rückenmuskulatur isometrisch. Nur wenn der Hund die Position entspannt einnehmen kann – keine Zwangshaltung.
Frequenz: 3–5 Mal pro Woche, je 5–10 Minuten. Kürzer und regelmäßig ist besser als selten und lang.
Besonderheit: Dackel und Patellaluxation
Nicht alle Probleme beim Dackel hängen mit der Wirbelsäule zusammen. Patellaluxation – das Herausspringen der Kniescheibe – kommt bei manchen Dackellinien und verwandten Kleinrassen ebenfalls vor. Ein Hund, der gelegentlich hüpft oder ein Bein plötzlich anzieht, zeigt damit oft einen Luxationsmoment.
Patellaluxation und Bandscheibenproblematik können gleichzeitig vorliegen und sich gegenseitig beeinflussen: Schonhaltungen durch Knieschmerz verändern den Gang, und ein veränderter Gang belastet die Wirbelsäule anders. Wer beides hat, braucht ein Bewegungsprogramm, das beide Baustellen mitdenkt.
Bei fortgeschrittener Patellaluxation (Grad 3–4) ist gezielter Muskelaufbau rund um das Kniegelenk – insbesondere des M. quadriceps femoris – ein zentraler konservativer Baustein, solange operativ noch keine Dringlichkeit besteht. Das erfordert Kontinuität, nicht Intensität.
Wenn ein Hund Grad 3–4 hat, gehört das tierärztlich regelmäßig kontrolliert. Physiotherapie kann begleitend unterstützen – sie ist kein Ersatz für die orthopädische Einschätzung.
Mein Ansatz bei der Dackellähme
Dackel nach Bandscheibenvorfällen zu begleiten und Halter:innen präventiv zu beraten – das ist ein
Schwerpunkt, der mir aus persönlichen Gründen besonders am Herzen liegt.
Im Hagen-Volmetaler Teckelklub arbeite ich ehrenamtlich daran, Halter:innen und ihre Hunde schon früh mit den richtigen Übungen vertraut zu machen.
Nicht weil jeder Dackel krank wird, sondern weil Prävention am wirksamsten ist, bevor etwas passiert.
Der Ersttermin bei mir dauert bis zu 90 Minuten. Ich nehme mir die Zeit, das Gangbild zu beobachten, die Muskulatur zu ertasten, die Geschichte des Hundes zu verstehen – und dann schauen wir gemeinsam, was als nächstes sinnvoll ist. Hausbesuche biete ich an; gerade für Hunde, die nach einem Vorfall nicht sicher transportiert werden können, ist das manchmal die bessere Option.
FAQ – Häufige Fragen zur Dackellähme
Ist „Dackellähme" dasselbe wie ein Bandscheibenvorfall?
Ja. „Dackellähme“ ist der umgangssprachliche Begriff für denselben Mechanismus: Bandscheibengewebe drückt auf Rückenmark oder Nervenwurzeln und verursacht Schmerz oder Lähmung. Es handelt sich nicht um ein eigenes Krankheitsbild, sondern um einen Volksmund-Begriff. Alles zur Erkrankung selbst steht auf der Seite zum Bandscheibenvorfall beim Hund.
Kann ich als Halter:in einen Bandscheibenvorfall verhindern?
Vollständig verhindern lässt sich nichts, weil die Ursache genetisch ist. Aber gut entwickelte Muskulatur, eine rückenfreundliche Alltagsgestaltung und ein gesundes Körpergewicht beeinflussen, wie stark die Wirbelsäule belastet wird. Das lohnt sich.
Wann darf nach einem Vorfall mit Physiotherapie begonnen werden?
Nach tierärztlicher Freigabe. Bei konservativer Behandlung meist nach der Ruhephase, bei einem operierten Hund nach der Wundheilung und dem ersten Kontrolltermin. Ich arbeite auf Grundlage der tierärztlichen Empfehlung.
Wie viele Einheiten sind sinnvoll?
Das hängt von Schweregrad, Verlauf und aktuellem Befund ab. Es gibt keine Pauschale. In der frühen Reha-Phase sind engere Abstände oft sinnvoll; wenn es dem Hund besser geht, werden die Einheiten weitmaschiger. Das besprechen wir im Ersttermin.
Macht Physiotherapie auch ohne Operation Sinn?
Ja. Bei konservativ behandelten Hunden setzt Physiotherapie nach der Ruhephase an: Muskelaufbau, Koordination, Schonhaltungen auflösen. Bei leichten Verläufen ohne neurologische Ausfälle kann Physiotherapie die Reha maßgeblich unterstützen.
Mein Dackel hatte bereits einen Vorfall. Ist Prävention noch sinnvoll?
Ja, besonders. Ein überwundener Vorfall bedeutet nicht, dass ein erneuter ausgeschlossen ist. Gezielter Muskelaufbau und eine angepasste Alltagsgestaltung bleiben wichtig – oft sogar wichtiger als vor dem ersten Vorfall.
Kommen Hausbesuche auch bei Dackeln nach einem Vorfall infrage?
Ja. Für Hunde, die nach einem Vorfall nicht sicher gehoben oder transportiert werden können, ist ein Hausbesuch oft die bessere Lösung. Bitte bei der Anfrage kurz mitteilen, in welcher Situation der Hund gerade ist.
Ab welchem Alter tritt Dackellähme auf?
Erste Vorfälle treten bei Dackeln häufig zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr auf – oft nach einer alltäglichen Bewegung, manchmal ohne erkennbaren Auslöser. Jüngere Hunde sind seltener betroffen, aber nicht ausgeschlossen. Bei anderen chondrodystrophen Rassen (Französische Bulldoggen, Möpse, Beagle, Shih Tzu) ist das Muster ähnlich. Die genetische Veranlagung ist von Geburt an vorhanden – der Zeitpunkt eines Vorfalls lässt sich nicht vorhersagen.
Gibt es eine Online-Sprechstunde oder Videosprechstunde für Hunde?
Du kannst dein Anliegen jederzeit unverbindlich mit mir besprechen – ruf mich an oder schick mir vorab per WhatsApp ein kurzes Video, wie dein Hund läuft, aufsteht und sich bewegt. Das gibt mir einen ersten Eindruck, und wir können gemeinsam einordnen, wie es weitergeht. Eine wirkliche Einschätzung bei einer so ernsten Sache wie der Dackellähme ist über ein Video aber nicht möglich – das kann niemand seriös leisten. Dafür muss ich den Hund abtasten und fühlen. Zwischen den Terminen bin ich für Rückfragen erreichbar: wie eine Übung richtig aussieht oder wann du lieber direkt zur Tierarztpraxis solltest. Gerade mit Dackeln habe ich viel Erfahrung – im Hagen-Volmetaler Teckelklub leite ich ehrenamtlich präventiven Muskelaufbau und sehe regelmäßig, worauf es bei dieser Rasse ankommt. Bei echten Notfällen immer zuerst zum Tierarzt.
Lena Rummenholl – Hundephysiotherapeutin in Hagen-Dahl
Ich bin staatlich examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, seit 2008 in Reha und Pflege — zunächst im Krankenhaus, anschließend fünf Jahre in der Reha-Klinik Hagen-Ambrock, heute weiterhin in der Altenpflege sowie als Praxisanleiterin in der Ausbildung von Pflegepersonal.
Mit der Arbeit an Hunden habe ich 2018 begonnen. Am DIFT Lünen absolvierte ich die Ausbildungen zur zertifizierten Hundetrainerin, zur zertifizierten Hundephysiotherapeutin sowie zur zertifizierten vet. Akupunkteurin / Hund nach TCVM (nach Dr. med. vet. U. Petermann). Dazu die Hundechiropraktik an der Tierhelden Akademie Viersen und die Steinfurter Pädagogik-/Therapiebegleithund-Methode (M.I.T.T.T., Rheine / TBD e.V.). Die Ausbildung in Hundeosteopathie absolviere ich derzeit am DIFT Lünen. Für die Hundeausbildung liegt mir die behördliche Erlaubnis nach §11 Abs. 1 Nr. 8f TierSchG der Stadt Hagen vor.
Reha nach OP, chronische Erkrankungen und Schmerz sind mein Berufsalltag — beim Menschen wie beim Hund. Ich habe vier eigene Hunde und weiß, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Tier auf Behandlung angewiesen ist.
Alle Zertifikate und Ausbildungsnachweise sind auf Wunsch einsehbar.
Mehr über mich · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026
Kernaussagen dieser Seite
- Dackellähme ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern der umgangssprachliche Name für den Bandscheibenvorfall beim Hund.
- Dackel gehören zu den chondrodystrophen Rassen mit genetisch erhöhtem Risiko für Bandscheibendegeneration.
- FGF4-Retrogenvarianten spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung dieser Veranlagung.
- Nicht nur Dackel, sondern auch andere kurzbeinige Rassen wie Französische Bulldoggen, Möpse, Beagle und Shih Tzu sind häufiger betroffen.
- Typische Warnzeichen sind Rückenschmerz, steifer Gang, Unsicherheit in der Hinterhand und das Nachziehen einer Pfote.
- Wenn ein Hund die Hinterbeine plötzlich nicht mehr bewegen kann oder keinen Zwickreflex mehr zeigt, ist das ein tierärztlicher Notfall.
- Ob und wie gut sich ein Hund erholt, hängt wesentlich davon ab, ob noch Tiefenschmerzempfindung vorhanden ist.
- Prävention kann sinnvoll unterstützen – Muskelaufbau, Gewichtskontrolle und rückenfreundliche Alltagsgestaltung können die Belastung der Wirbelsäule im Alltag günstiger verteilen.
- Physiotherapie kann die Rehabilitation begleiten, ersetzt aber keine tierärztliche Diagnose, Operation oder Schmerztherapie.
Alle Quellen wurden am 27.06.2026 einzeln verifiziert.
Genetik / Ursache
Parker, H.G. et al. (2009): An Expressed Fgf4 Retrogene Is Associated with Breed-Defining Chondrodysplasia in Domestic Dogs. Science, 325(5943):995–998. DOI: 10.1126/science.1173275. PMID: 19608863 · PMC2748762.
Brown, E.A. et al. (2017): FGF4 retrogene on CFA12 is responsible for chondrodystrophy and intervertebral disc disease in dogs. PNAS, 114(43):11476–11481. DOI: 10.1073/pnas.1709082114. PMID: 29073074 · PMC5664524.
Prognose / Notfall
Jeffery, N.D. et al. (2016): Factors associated with recovery from paraplegia in dogs with loss of pain perception in the pelvic limbs following intervertebral disk herniation. JAVMA, 248(4):386–394. DOI: 10.2460/javma.248.4.386. PMID: 26829270.
Physiotherapie / Reha
Lewis, M.J., Granger, N., Jeffery, N.D. & CANSORT-SCI (2020): Emerging and Adjunctive Therapies for Spinal Cord Injury Following Acute Canine Intervertebral Disc Herniation. Frontiers in Veterinary Science, 7:579933. DOI: 10.3389/fvets.2020.579933. PMID: 33195591 · PMC7593405.
Rauber, J.S. et al. (2024): Physiotherapy in the Recovery of Paraplegic Dogs without Nociception Due to Thoracolumbar Intervertebral Disc Extrusion Treated Surgically. Animals, 14(18):2648. DOI: 10.3390/ani14182648. PMID: 39335238 · PMC11428865.
Forterre, F. & Lang, J. (2010): Neue Aspekte in der Behandlung des Bandscheibenvorfalls beim Hund: Eine Übersicht. Schweizer Archiv für Tierheilkunde, 152(3):109–113. DOI: 10.1024/0036-7281/a000027.
Hundephysiotherapie stellt keine Diagnose und ersetzt keine tierärztliche Behandlung. Alle physiotherapeutischen Maßnahmen werden auf Grundlage einer tierärztlichen Diagnose und nach tierärztlicher Freigabe durchgeführt. Bei akuten Symptomen wie Lähmung, fehlendem Zwickreflex oder Inkontinenz ist sofortiger Tierarztkontakt erforderlich.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026