Ellenbogendysplasie beim Hund

Hundephysiotherapie in Hagen und im Volmetal

Eine Ellenbogendysplasie zeigt sich oft schon früh: Der junge Hund läuft nach dem Toben vorne nicht ganz sauber, entlastet eine Vorderpfote oder ist nach dem Aufstehen kurz steif. Manche Hunde fallen erst später auf, wenn sich aus der Fehlentwicklung mit den Jahren eine Arthrose im Ellenbogen entwickelt. Für Halter:innen ist das schwer einzuordnen: Steckt da etwas dahinter, und wie viel Bewegung tut jetzt gut?

Eine Ellenbogendysplasie ist nicht heilbar, aber gut zu begleiten. Auf Grundlage der tierärztlichen Diagnose kann Hundephysiotherapie helfen, die Muskulatur rund um den Ellenbogen zu stärken, Fehlbelastungen der Vorderhand zu verringern und Bewegung wieder sicherer zu machen. Ob der Weg konservativ oder operativ verläuft, entscheidet die Tierarztpraxis. Die Physiotherapie baut darauf auf.

Auf einen Blick

  • Die Ellenbogendysplasie (ED) ist ein Sammelbegriff für mehrere Fehlentwicklungen im Ellenbogengelenk. Die Gelenkflächen passen nicht sauber zusammen, einzelne Knochen- oder Knorpelanteile sind betroffen, und das Gelenk wird ungleichmäßig belastet.
  • ED ist anlagebedingt und zeigt sich oft schon im ersten Lebensjahr, vor allem bei größeren, schnell wachsenden Rassen. Die Diagnose stellt die Tierarztpraxis: klinische Untersuchung und Bildgebung (Röntgen, häufig zusätzlich CT).
  • Behandelt wird je nach Form und Befund konservativ (Gewicht, angepasste Bewegung, Schmerztherapie, Physiotherapie) oder operativ. Welcher Weg passt, entscheidet die Tierarztpraxis oder Klinik.
  • Hundephysiotherapie kann den Ellenbogen stützen, ohne ihn zu reparieren: Eine kräftige, gut trainierte Vorderhand- und Schultermuskulatur entlastet das veränderte Gelenk und macht den Alltag leichter.
  • Aus einer ED beim Hund entwickelt sich häufig mit der Zeit eine Arthrose im Ellenbogengelenk. Was das für den Alltag bedeutet, steht auf der Seite zur Arthrose beim Hund.
  • Erstanamnese bis zu 90 Minuten, mobil im Volmetal oder am Standort in Hagen-Dahl. Hausbesuche nach Absprache.

Geschrieben von Lena Rummenholl Hundephysiotherapeutin in Hagen-Dahl. Staatlich examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, seit 2008 in Reha und Pflege – fünf Jahre davon in der Reha-Klinik Hagen-Ambrock. Hundetrainerin und Hundephysiotherapeutin (DIFT Lünen), Veterinärakupunktur TCVM, Therapiebegleithundearbeit nach der Steinfurter Methode. Schwerpunkt u. a. auf Reha nach OP, Arthrose und der Begleitung von Seniorenhunden

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Zuletzt aktualisiert: Juni 2026

Was ist Ellenbogendysplasie beim Hund?

Die Ellenbogendysplasie (ED) ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein Oberbegriff für mehrere Fehlentwicklungen im Ellenbogengelenk. Der Ellenbogen ist ein Scharniergelenk, in dem drei Knochen zusammenkommen: Oberarm, Elle und Speiche. Damit das Gelenk sauber arbeitet, müssen diese Knochen exakt zueinander passen. Bei einer ED beim Hund ist genau dieses Zusammenspiel gestört – die Gelenkflächen liegen nicht passgenau ineinander, und einzelne Knochen- oder Knorpelanteile entwickeln sich nicht so, wie sie sollen.

Diese Fehlpassung ist das eigentliche Problem. Ein Gelenk, das nicht sauber ineinandergreift, wird an einzelnen Stellen überlastet. Der Knorpel an diesen Punkten leidet, das Gelenk reagiert mit Entzündung und verändert sich mit der Zeit. So entsteht aus der anfänglichen Fehlentwicklung nach und nach ein Verschleiß.

Fachlich werden unter dem Begriff ED mehrere Formen zusammengefasst, die einzeln oder kombiniert auftreten können. Dazu zählen ein abgesprengter Anteil des inneren Kronfortsatzes der Elle (fragmentierter Processus coronoideus, kurz FCP), eine Knorpel-Knochen-Ablösung an der Oberarmrolle (Osteochondrose bzw. OCD), ein nicht verknöcherter Anteil am hinteren Ellenbogen (isolierter Processus anconeus, UAP) sowie eine generelle Fehlpassung der Gelenkflächen (Inkongruenz). Der mediale Gelenkanteil mit dem Kronfortsatz ist dabei besonders häufig betroffen. Welche Form genau vorliegt, klärt die Bildgebung in der Tierarztpraxis.

Welche Hunde betroffen sind und wann ED auffällt

Eine Ellenbogendysplasie ist in erster Linie anlagebedingt. Betroffen sind vor allem mittelgroße bis große und schnell wachsende Rassen, etwa Labradore, Golden Retriever, Berner Sennenhunde, Rottweiler und Deutsche Schäferhunde. Ob und wie stark sich die Veranlagung auswirkt, hängt aber auch von Wachstum, Fütterung, Gewicht und Bewegung in den ersten Lebensmonaten ab. Deshalb kann das Bild von Hund zu Hund sehr unterschiedlich ausfallen.

Häufig zeigt sich eine ED beim Hund schon im ersten Lebensjahr, oft im Wachstum zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat. Typisch ist eine Vorderhandlahmheit, die nach Belastung deutlicher wird, sich aber auch wieder bessern kann, sodass sie leicht übersehen wird. Manche Hunde fallen erst später auf, wenn sich aus der Fehlentwicklung über die Jahre eine Arthrose entwickelt hat und der Hund im mittleren oder höheren Alter steifer wird.

Wichtig zur Einordnung: Eine ED ist eine Fehlentwicklung des Gelenks selbst, also die Ursache. Die Arthrose, die später daraus entsteht, ist der Verschleiß als Folge. Was Arthrose im Alltag bedeutet und wie sich der Verschleiß begleiten lässt, habe ich ausführlich auf der Seite zur Arthrose beim Hund beschrieben.

Woran erkenne ich ED beim Hund?

Hunde mit einer Ellenbogendysplasie zeigen ihre Beschwerden selten so deutlich, wie man es erwarten würde. Oft sind es kleine Veränderungen im Bewegungsverhalten, die sich über Wochen einschleichen. Typisch sind:

  • eine Lahmheit oder Schonhaltung an einer oder beiden Vordergliedmaßen, häufig nach Belastung oder nach Ruhephasen
  • Steifheit beim Aufstehen, die sich nach den ersten Schritten bessert
  • eine veränderte Pfotenstellung der Vorderbeine, manchmal nach außen gedreht
  • Unwilligkeit, zu springen, Treppen zu gehen oder längere Strecken zu laufen
  • Muskelabbau an Schulter und Brustbereich, während die Hinterhand kräftiger wirkt
  • ein verändertes Gangbild, das vorne unsauber oder „kurztrittig" wirkt

Nicht jeder Hund zeigt alle Anzeichen, und der Verlauf kann individuell sehr unterschiedlich sein. Manche Hunde lahmen vor allem nach Belastung, andere bewegen sich insgesamt weniger als früher. Ein Hund muss nicht stark lahmen, um Schmerzen zu haben. Gerade die feinen Verschiebungen im Gangbild sind oft die ersten Hinweise. Wie sich solche Veränderungen einordnen lassen, beschreibe ich auf der Seite zu Bewegungsveränderung beim Hund.

Diagnose und Behandlungsweg: immer tierärztlich

Ob eine Ellenbogendysplasie vorliegt und welche Form genau, klärt die Tierarztpraxis. Dazu gehören die Anamnese, eine klinische und orthopädische Untersuchung mit Beweglichkeits- und Schmerzprüfung des Ellenbogens sowie eine Bildgebung. Ein Röntgen ist der erste Schritt; weil sich gerade die Veränderungen am Kronfortsatz im Röntgen nicht immer sicher zeigen, wird häufig zusätzlich eine Computertomografie (CT) gemacht, teils auch eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie).

Auf dieser Grundlage entscheidet die behandelnde Tierärztin oder der Tierarzt über den Weg. Vereinfacht gibt es zwei Richtungen, und welche passt, hängt von Form, Schweregrad, Alter und Beschwerden des Hundes ab.

Konservativ: Bei vielen Hunden lässt sich die ED ohne Operation begleiten. Dazu gehören ein passendes Körpergewicht, angepasste und kontrollierte Bewegung, tierärztliche Schmerztherapie bei Bedarf und gezielter Muskelaufbau über die Hundephysiotherapie. Dieser Weg kommt häufig infrage, wenn die Beschwerden beherrschbar sind und der Hund mit der richtigen Begleitung gut zurechtkommt.

Operativ: Bei manchen Formen und Befunden rät die Klinik zu einem Eingriff, etwa um abgesprengtes Gewebe zu entfernen oder die Fehlpassung des Gelenks zu verringern. Die operative Entscheidung trifft ausschließlich die behandelnde Klinik. Was die Hundephysiotherapie tun kann, beginnt nach der OP und nur mit tierärztlicher Freigabe.

In beiden Fällen gilt: Die tierärztliche Diagnose und Behandlungsentscheidung steht immer am Anfang. Die Physiotherapie ersetzt sie nicht, sondern begleitet sie.

Was Hundephysiotherapie bei Ellenbogendysplasie leisten kann

Eine Ellenbogendysplasie lässt sich nicht zurückbilden, und der knöcherne Befund im Gelenk bleibt, wie er ist. Was sich beeinflussen lässt, ist alles, was um das Gelenk herum passiert: die Muskulatur, die das Gelenk führt und stützt, die Beweglichkeit, die Fehlbelastung der gesunden Beine und der Umgang mit Schmerz im Alltag. Hier setzt die Hundephysiotherapie an.

Ein veränderter Ellenbogen wird oft geschont, und der Hund verlagert sein Gewicht auf die andere Vorderpfote oder nach hinten. Mit der Zeit baut die Muskulatur an der betroffenen Seite ab, andere Bereiche werden überlastet, und es entstehen neue Verspannungen und Schonhaltungen. Je nach Befund und Belastbarkeit können folgende Inhalte Teil der Begleitung sein:

  • gelenkschonende Mobilisation, um die Beweglichkeit im Rahmen des Möglichen zu erhalten
  • angepasster Muskelaufbau für Schulter und Vorderhand, um das Gelenk zu entlasten
  • Arbeit an einer gleichmäßigeren Gewichtsverteilung auf alle vier Beine
  • Lösen von Verspannungen und Schonhaltungen, die durch das Ausweichen entstehen
  • Begleitung bei der Schmerzlinderung, abgestimmt mit der tierärztlichen Therapie
  • kleine, alltagstaugliche Heimübungen

Ziel ist, Überforderung zu vermeiden und Bewegung möglichst sicher und gleichmäßig zu gestalten. Bei einem jungen Hund geht es darum, das Gelenk durch eine kräftige Muskulatur zu stützen und ihn behutsam durch die Wachstumsphase zu begleiten. Bei einem älteren Hund, bei dem die ED längst in eine Arthrose übergegangen ist, steht der Erhalt von Beweglichkeit und Lebensqualität im Vordergrund.

Was Hundephysiotherapie nach einer Ellenbogen-OP leisten kann

Wurde der Hund operiert, beginnt die physiotherapeutische Begleitung erst nach tierärztlicher Freigabe und richtet sich nach dem Heilungsverlauf. In der ersten Zeit geht es vor allem darum, das Bein vorsichtig wieder belasten zu lassen, Schwellungen und Schonhaltungen entgegenzuwirken und die Beweglichkeit behutsam zu erhalten. Später kommt der gezielte Wiederaufbau der Muskulatur dazu, damit das Gelenk wieder gut geführt wird und der Hund Schritt für Schritt in seinen Alltag zurückfindet.

Ich arbeite dabei in Prinzipien, nicht nach einem starren Schema: Jeder Hund, jede OP und jeder Heilungsverlauf ist anders, und der Plan richtet sich nach dem, was die Klinik vorgibt und was der Hund an dem Tag zulässt.

Mobile Hundephysiotherapie in Hagen und im Volmetal

Mein Standort in Hagen-Dahl liegt zentral im Volmetal. Die Orte direkt im Tal erreiche ich in wenigen Minuten, Breckerfeld und Schalksmühle in rund einer Viertelstunde, Halver und Lüdenscheid etwas weiter. Gerade bei einem Hund mit Ellenbogendysplasie, dem das Springen ins Auto schwerfällt oder der nach einer OP nicht gehoben werden soll, kann ein Hausbesuch der ruhigere Weg sein – die Behandlung findet dann in der vertrauten Umgebung statt.

Die Erstanamnese dauert bis zu 90 Minuten und kann sowohl bei mir in Hagen-Dahl als auch als Hausbesuch stattfinden. Termine in Hagen-Dahl sind direkt online buchbar; Hausbesuche stimme ich wegen der individuellen Fahrtzeit persönlich mit dir ab.

Häufige Fragen zur Ellenbogendysplasie beim Hund

Was ist eine Ellenbogendysplasie beim Hund?

Die Ellenbogendysplasie (ED) ist ein Oberbegriff für mehrere anlagebedingte Fehlentwicklungen im Ellenbogengelenk, bei denen die Gelenkflächen nicht passgenau zusammenpassen. Dadurch wird das Gelenk ungleichmäßig belastet, und es kann sich mit der Zeit ein Verschleiß entwickeln. Die genaue Form klärt die Tierarztpraxis per Bildgebung.

Die ED ist die Fehlentwicklung des Gelenks selbst, also die Ursache. Die Arthrose ist der Verschleiß, der sich als Folge daraus entwickeln kann. Aus einer ED entwickelt sich häufig eine Arthrose im Ellenbogengelenk – aber das ist kein zwangsläufiger Weg, und wie schnell und stark das passiert, hängt von vielen Faktoren ab. Was Arthrose im Alltag bedeutet, steht auf der Seite zur Arthrose beim Hund.

Vor allem mittelgroße bis große, schnell wachsende Rassen wie Labrador, Golden Retriever, Berner Sennenhund, Rottweiler und Deutscher Schäferhund. Die Veranlagung wird vererbt, wie stark sie sich auswirkt, hängt aber auch von Wachstum, Gewicht und Bewegung in den ersten Lebensmonaten ab.

Nein. Ob konservativ oder operativ behandelt wird, entscheidet die Tierarztpraxis oder Klinik je nach Form, Befund und Beschwerden. Viele Hunde kommen mit Gewichtskontrolle, angepasster Bewegung, Schmerztherapie und Hundephysiotherapie gut zurecht.

Nein. Der knöcherne Befund im Gelenk bleibt. Hundephysiotherapie kann aber die Muskulatur stärken, die das Gelenk stützt, Fehlbelastungen verringern und so dazu beitragen, dass der Hund sich im Alltag sicherer und gleichmäßiger bewegt.

Erst nach tierärztlicher Freigabe. Wann der richtige Zeitpunkt ist, gibt die behandelnde Klinik vor; die Begleitung richtet sich danach und nach dem Heilungsverlauf.

Bewegung ist wichtig, aber das richtige Maß zählt. Unkontrolliertes Toben, Springen und lange, fordernde Strecken belasten das Gelenk im Wachstum stark. Welche Bewegung sinnvoll ist, stimmst du am besten mit der Tierarztpraxis ab; die Hundephysiotherapie hilft, ein gelenkschonendes Maß zu finden.

Weitere Fragen rund um die Hundephysiotherapie beantworte ich auf der FAQ-Seite.

Erstanamnese buchen oder Frage stellen

Der erste Schritt ist die Erstanamnese – sie dauert bis zu 90 Minuten und findet entweder bei mir in Hagen-Dahl oder als Hausbesuch statt. Gerade bei Hunden, denen das Autofahren nach einer OP beschwerlich ist, ist der Hausbesuch oft der einfachere Weg. 

Melde dich, wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst. Ich beantworte auch kurze Vorfragen, bevor du einen Termin buchst.

Lena Rummenholl Hundephysiotherapeutin in Hagen-Dahl

Ich bin staatlich examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und seit 2008 in der Pflege und Rehabilitation tätig – zunächst in der Reha-Klinik Hagen-Ambrock, danach in der Altenpflege, bis heute am Menschen und als Praxisanleiterin.

Ab 2018 habe ich meine Ausbildungen im Bereich Hund aufgebaut: Therapiebegleithundearbeit nach der Steinfurter Methode (MITTT/TBD e.V.), Hundetrainerin (375 Stunden, DIFT Lünen), Hundephysiotherapeutin (324 Stunden, DIFT Lünen) und Veterinärakupunktur TCVM (157 Stunden, DIFT Lünen). Außerdem habe ich eine Ausbildung in Hundechiropraktik abgeschlossen; meine Osteopathie-Ausbildung (DIFT Lünen) läuft derzeit und wird Ende 2026 abgeschlossen.

Mein Schwerpunkt liegt auf Reha nach operativen Eingriffen am Bewegungsapparat, Arthrose, chronischen Gelenkbeschwerden und Seniorenhunden. Ellenbogendysplasie beim Hund ist ein Thema, das in meiner täglichen Arbeit regelmäßig vorkommt – sowohl bei jungen Hunden im Wachstum als auch bei älteren, bei denen sich aus der ED längst eine Arthrose entwickelt hat.

Alle Zertifikate und Ausbildungsnachweise können auf Wunsch eingesehen werden. Mehr über mich

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026

Die physiotherapeutische Begleitung ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Sie dient der unterstützenden Begleitung und erfolgt immer in Abstimmung mit der tierärztlichen Versorgung. Bei akuter, starker Lahmheit oder deutlichen Schmerzen gehört der Hund zuerst in die Tierarztpraxis.

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026